Bildungskongress „GO APP – praktisch lernen“

Inhaltsbeschreibungen der Workshops und der Vorträge am Freitag 20. September

Workshop 7

Peer–Learning – die Schule als demokratischer Lernort?

16.30 - 18.30 Uhr   Ort: Hochschule Neubrandenburg, Haus 1

Wer ist eigentlich alles Peer? Die Gleichaltrigen, die Freunde, die Kumpels und Cliquen? Eines ist sicher, Peers sind neben Familie und Schule eine wichtige Sozialisationsinstanz auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Sie beeinflussen die schulische Ordnung, stellen Erziehungsentscheidungen der Eltern in Frage, übernehmen aber auch gesellschaftliche Verantwortung. Peers helfen bei der Zukunftsorientierung, unterstützen einander bei der Bewältigung von Lern–Problemen und geben sich gegenseitig Rückhalt und Stabilität. In zahlreichen Studien wurde die große Bedeutung, die das Lernen im Kreis der Gleichaltrigen für die Entwicklung junger Menschen haben kann, inzwischen belegt. Anders als in Deutschland wurde dies in England und USA schon früh als eine Chance erkannt und für die Initiierung und Gestaltung von Bildungsprozessen genutzt.
Der Workshop könnte dazu beitragen, dass „Peer-Learning“ auch in Deutschland einen höheren Stellenwert bekommt, als dies bislang der Fall ist. Jedenfalls wollen wir in seinem Rahmen die unterschiedlichen Facetten des Peer-Begriffs erörtern und mit Ihnen gemeinsam darüber diskutieren, wie das Lernen in Peergroups in der Schule funktionieren kann – etwa im Hinblick auf die Entwicklung von informellen Lernorten oder die kreative Adaption von grundlegenden Prinzipien und Methoden der sozialpädagogischen Gruppen- und Gemeinwesenarbeit.
Im Mittelpunkt des Workshops steht die Frage, welche Inhalte oder Kompetenzen durch Peers besonders gut vermittelt werden können und wo die Grenzen des Lernens von und mit Gleichgestellten liegen. Daran schließt sich die ganz praktische Frage an, ob man die spezifische Qualität von Peer-Learning auch für institutionalisierte Lernumgebungen fruchtbar machen kann und soll.
Der Workshop richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen, Schulen, und anderen Akteuren. Eingeladen sind ebenso Wissenschaftler, Fachkräfte der Jugendarbeit, junge Menschen aus Jugendorganisationen, Schülervertreter und andere Expertinnen und Experten.